Was Christi Himmelfahrt bedeutet

Die Himmelfahrt ist eine theologische Aussage: Jesus hat Teil an der Herrschaft Gottes, sitzt zur Rechten des Vaters — so, wie es das Glaubensbekenntnis formuliert. (Apg 1,9–11; Lk 24,50–53)

Seit bereits 1600 Jahren ist Christi Himmelfahrt fester Bestandteil des kirchlichen Festkalenders — immer am 40. Tag nach Ostern, stets ein Donnerstag. Für Katholiken, Protestanten ist es ein bedeutendes Fest. Bei den Orthodoxen fällt Himmelfahrt ebenfalls 40 Tage nach Ostern, aber nach julianischer Zählung an einem anderen Datum.

Christen verstehen die Himmelfahrt nicht als körperliches Aufsteigen in einen festen Ort. Das irdische Leben Christi ist beendet; „Er ist nun überall gegenwärtig“.

Viele evangelische Gemeinden feiern deshalb Gottesdienste im Freien oder auf Bergen — für die Botschaft, dass Christus verheißen hat: „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ (Mt 28,20).

Brauchtum Öschprozession – Bitte um Segen für Feld und Flur

Die Öschprozession ist eine schwäbische Flurprozession, die an Christi Himmelfahrt durch die Felder der Gemeinde führt. Als Bittumgang ist sie in Schwaben in der Zimmerschen Chronik Mitte des 16. Jahrhunderts belegt, dort am „Uffart Dag“. Die Bitttage (Rogationen) sind Montag bis Mittwoch vor Christi Himmelfahrt.

Ursprung des Namens

Der Name entstammt dem Altdeutschen: esch meinte den Getreideteil der Gemarkung, das gemeinsame Ackerland. Um den Esch zu gehen, bedeutete: die Flur umschreiten, Gottes Segen für die Ernte erbitten und zugleich die Grenzen der Gemeinschaft bezeugen.

Ablauf

Nach der Heiligen Messe zieht die Gemeinde mit Kreuz und Fahnen zu einzelnen Stationen auf den Fluren. Die Gemeinde betet den Rosenkranz oder singt die Allerheiligenlitanei. An vier Stationen bittet die Gemeinde um den Segen für ihre Arbeit und das tägliche Brot. 

Die Öschprozession in Tautenhofen fand 2018 statt. Begleitet von starkem Wind und einem dramatischen Himmel hatten vor allem die Fahnenträger sprichwörtlich „Alle Hände voll zu tun“.

Gestern und Heute

Was einst als religiöser Schutz über einer bäuerlichen Gesellschaft begann, hat heute neue Dringlichkeit: Klimawandel, Dürre und Unwetter geben den alten Bitten um Bewahrung der Schöpfung frischen Sinn. Was früher Pflicht war, ist heute ein bewusstes Zeichen. Auch in unserer Region erleben wir immer häufiger Starkregen.
In Deutschland ist Christi Himmelfahrt gesetzlicher Feiertag; vielerorts verbinden sich kirchliche Feiern mit weltlichem Brauchtum wie dem Vatertag.

Metreologisch: Die Eisheiligen und Christi Himmelfahrt

Himmelfahrt kann in die Zeit der Eisheiligen fallen.
Die Eisheiligen dauern vom 11. bis 15. Mai. Sie richten sich nach den Namenstagen von fünf Heiligen und fallen deshalb jedes Jahr auf dieselben Daten.“ Weil Mitte Mai früher häufig noch einmal empfindliche Kälteeinbrüche auftraten — nachdem der Frühling sich bereits von seiner besten Seite gezeigt hatte —, erhielten diese fünf Heiligen den Namen „Eisheilige“.

Die fünf Namenspatrone der Eisheiligen

Mamertus (11. Mai), Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und Sophia (15. Mai) — wobei in Norddeutschland Mamertus als erster Eisheiliger gilt, in Süddeutschland und Österreich hingegen Pankratius.