Im Jahr 2000 initiierte Pfarrer Waldemar Wrobel die Passionsspiele in Engerazhofen. Sein Ziel: Die Leidensgeschichte Jesu nicht nur liturgisch, sondern als gemeinsames Schauspiel mit der Dorfgemeinschaft erlebbar zu machen. Schon bei der Premiere wirkten rund 100 Einwohner mit, und etwa 3.000 Besucher verfolgten die Aufführungen auf derFreilichtbühne bei der La-Salette-Kapelle. So entwickelte sich das Projekt sofort zu einem bedeutenden kulturellenEreignis der Region.

Als Fotograf erlebte ich das Geschehen hautnah mit den Akteuren. Die technische Herausforderung bestand darin, die Szenen in der Dämmerung und Dunkelheit einzufangen, die mit wenigen Lampen beleuchtet waren. Die Darsteller trugen Fackeln, die eine besondere Stimmung schufen. Der Reiz lag in der Schlichtheit des Spiels und dem Verzicht auf technische Hilfsmittel und aufwendige Requisiten. Der Zug bewegte sich durch mehrere Stationen im Dorf, und die Zuschauer wurden Teil derAufführung.